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Miriam & Hendrik
Zu-/Absagen
Ein Uferweg am Comer See mit Blick über das Wasser

Unsere Geschichte

Verlobung

Oder: Was soll schon schiefgehen?

Eigentlich sollte es ein romantischer Urlaub in Mailand werden. Und irgendwo während dieser Reise wollte Hendrik Miriam die wichtigste Frage seines Lebens stellen.

Der Plan war gut.

Die Reise begann mitten in der Nacht mit der Bahn zum Düsseldorfer Flughafen. Warum Düsseldorf? Irgendwann hatte uns mal jemand gefragt, von wo wir eigentlich fliegen. Wir waren uns nicht ganz sicher und glaubten: Düsseldorf.

Aus „Wir glauben Düsseldorf“ wurde irgendwann:

„Natürlich Düsseldorf.“

Nachgeschaut haben wir nicht mehr.

Am Flughafen angekommen, war die Welt also noch völlig in Ordnung. Hendrik hatte sogar genug Zeit, sich über einen ziemlich kreativ abgestellten Tretroller lustig zu machen und den unbekannten Besitzer kurzerhand zum Idioten zu erklären, weil man den Roller vermeintlich einfach rausheben kann. Er machte ein Bild davon und schickte es rum.

Ein Tretroller liegt flach auf dem Flughafenboden, sein Lenker steckt in einem Metallgeländer
Welcher Idiot schliesst das denn so ab?

Währenddessen suchte Miriam auf der Anzeigetafel nach unserem Flug.

Und suchte.

Und suchte.

Kein Mailand.

Also doch noch einmal die Buchungsunterlagen rausgeholt.

Abflug: Köln/Bonn.

Es gibt vermutlich bessere Momente, um festzustellen, dass man sich gerade noch über die Dummheit anderer Menschen lustig gemacht hat. Beim näheren Hinschauen ist hinterher aufgefallen, dass der Roller durchaus sachgemäß abgeschlossen war.

Es folgten leichte Panik, ein leerer Taxistand und irgendwann ein Taxifahrer, der unsere Situation offenbar als persönliche Mission verstand. Mit Lichthupe über die Überholspur ging es Richtung Köln.

Miriam und Hendrik auf der Rückbank des Taxis, beide zeigen den Daumen nach oben
Läuft.

150 Euro später standen wir tatsächlich am richtigen Flughafen – und haben unseren Flieger irgendwie noch bekommen.

Miriam und Hendrik im Flugzeug, Miriam hält den Daumen hoch
Geschafft!

Ab jetzt würde bestimmt alles nach Plan laufen.

Kapitel Zwei

La Dolce Vita

Und tatsächlich: In Mailand angekommen, wurde es erst einmal richtig schön.

Blick über einen Platz in Mailand
Mailand. Und alles nach Plan.

Wir erkundeten die Stadt und genossen italienisches Essen.

Die Glaskuppel der Galleria Vittorio Emanuele von innen
Touri-Bild.
Miriam und Hendrik in Mailand
Obligatorisches Selfie.

Dazwischen ein Museum, in dem Hendrik lange und andächtig vor einem einzigen Bild saß.

Hendrik sitzt in einer Galerie auf einem Drahtstuhl vor einem großformatigen Foto
Kunst muss man erleben.

Hauptgrund der Reise: ein Konzert von Florence + the Machine – mit Miriams Lieblingskünstlerin Florence Welch.

Die beleuchtete Festivalbühne, Florence Welch in Weiß auf der Videowand
Miriam und Hendrik im Publikum des Konzerts
Vorzeigefans.

Es war ein sehr heißer Sommertag und zur Abkühlung wurde Wasser in die Menge gesprüht.

Bei Miriam hat es jemand deutlich zu gut gemeint.

Miriam mit klatschnassen Haaren in der Menge, tapfer grinsend
Danke für gar nichts.

Kapitel Drei

Der Tag aller Tage

Dann kam Miriams Geburtstag.

Für diesen Tag wurde ein kurzer Ausflug nach Bellagio am Comer See geplant. Mietwagen reserviert, Route geplant – und Hendrik hatte noch etwas anderes dabei, von dem Miriam nichts wusste.

Einen Ring.

Es musste also nur noch der Mietwagen abgeholt werden.

Kleinigkeit.

Hendrik hatte allerdings seine Kreditkarte nicht dabei.

Da er als einziger Fahrer eingetragen war, wollte die Autovermietung keine andere Karte akzeptieren. Der Wagen war natürlich bereits bezahlt und natürlich nicht stornierbar.

Nach stundenlangen Diskussionen und der zwischenzeitlichen Aussicht, einfach noch einen zweiten Mietwagen bezahlen zu müssen, blieb schließlich noch eine letzte Möglichkeit:

Die digitale Firmenkreditkarte.

Das Problem daran: Hendrik durfte die Firmenkreditkarte selbstverständlich nicht für private Mietwagen am Comer See benutzen.

Aber besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen.

Also wurde das Smartphone gezückt und der Mietwagen verbotenerweise mit der Firmenkreditkarte per Apple-Pay bezahlt – und quasi im gleichen Atemzug eine Entschuldigungs-E-Mail an die Arbeit geschickt.

Betreff: Abbuchung Firmenkreditkarte
„Hallo zusammen, kurze Erklärung, bevor ihr euch über eine etwas ungewöhnliche Abbuchung wundert …“

Damit war das berufliche Problem zumindest vorsorglich auf das zukünftige Ich verschoben.

Wir hatten ein Auto.

Hendrik hatte noch einen Job.

Und vor allem:

Bellagio, wir kommen. Diesmal wirklich.

Kapitel Vier

Die wichtigste Frage

Weiter ging es nach Bellagio: dem laut Miriam schönsten Ort der Welt.

Die Uferpromenade von Bellagio mit blühenden Oleanderbäumen
Bellagio. Miriam ahnt noch nichts.

Und während Miriam völlig ahnungslos den Comer See genoss, wartete Hendrik nur noch auf den richtigen Moment.

Ein kleiner Pavillon ist schon mal ein guter Kandidat für den großen Moment.

Der kleine Pavillon mit Kuppeldach am Ufer von Bellagio
Hier also.
Blick durch den Pavillon auf den See, Hendrik steht in der Toröffnung am Geländer
Joar, das könnte passen.

Als Vorwand, um Miriam zum Balkon zu bekommen, schlug Hendrik ein gemeinsames Foto vor. Miriam huschte los und fragte einen zufälligen Passanten, ob er kurz ein Bild machen könne.

Perfekt.

Während Miriam dem Mann das Handy gab, nutzte Hendrik die Gelegenheit, um heimlich den Ring herauszuholen.

Das Problem war nur:

Miriam hasst Fotos und wollte es schnell hinter sich bringen.

Also bekam er erst einmal Ärger, warum er denn bitte nicht vernünftig fürs Foto dastehen würde.

Während Miriam noch versuchte, Hendrik an die richtige Stelle zu dirigieren, ging der plötzlich auf die Knie.

Kurze Verwirrung.

Noch mehr Verwirrung.

Und dann langsam die Erkenntnis:

„Willst du mich heiraten?“

Hendrik kniet mit der Ringschachtel vor Miriam, die die Hände vor den Mund schlägt

Unser unfreiwilliger Fotograf verstand inzwischen ebenfalls, was gerade passierte – und geriet komplett in Panik.

Während Hendrik also versuchte, die wichtigste Frage seines Lebens zu stellen, versuchte der völlig überforderte Mann unter Tränen hektisch, diesen Moment irgendwie festzuhalten.

Leider im Panorama-Modus.

Vier Aufnahmen des Heiratsantrags, alle versehentlich im Panoramamodus entstanden und dadurch verzerrt: ein zusätzlicher Arm, langgezogene Ohren, ein abgeschnittener Kopf, eine körperlose Hand. Hier war ein Profi am Werk.

Ein paar davon gehören vermutlich zu den lustigsten Verlobungsfotos, die jemals am Comer See entstanden sind.

Aber das Wichtigste ist auf allen zu erkennen:

Miriam hat Ja gesagt.

Und der Rest der Serie.

Mit den Schaltflächen könnt ihr durch die Bilder blättern.

Miriam und Hendrik als frisch Verlobte, Miriams Hand mit dem Ring an seiner Brust
Frisch verlobt.

Kapitel Fünf

Das perfekte Verlobungsessen

Für den Abend hatte Hendrik natürlich ebenfalls vorgesorgt.

Auf der anderen Seite des Sees war ein Restaurant direkt am Wasser reserviert. Schöner Tisch, Blick über den Comer See – der perfekte Abschluss.

Wir mussten nur noch hinkommen.

Zur Auswahl standen Auto oder Fähre.

Wir nahmen die Fähre.

Das war falsch.

Die Autofähre auf dem Comer See, im Abendlicht
Miriam auf dem Autodeck der Fähre, die Hände an der Brust, den Ring nach vorn
Stolz wie Oscar.

Auf der anderen Seite angekommen, stellte sich heraus, dass wegen eines Feuerwerks die direkte Straße gesperrt war. Die Feuerwehr leitete uns auf einen mehrstündigen Umweg um den See.

Als wir endlich ankamen, sahen wir immerhin noch:

die letzte Rakete.

Noch schöner wurde es, als wir feststellten, dass wir von unserem reservierten Tisch aus vermutlich den perfekten Blick auf genau dieses Feuerwerk gehabt hätten.

Das Restaurant machte gerade zu.

Und so endete unser romantisch geplantes Verlobungsessen am Comer See nicht bei Kerzenschein und italienischem Essen, sondern dort, wo große Liebesgeschichten offenbar hingehören:

bei McDonald’s.

Miriam und Hendrik mit Pommes bei McDonald’s
Candlelight-Dinner.

Und irgendwie war es perfekt.

Wir saßen da, konnten über diesen völlig absurden Tag eigentlich nur noch lachen und waren vor allem ziemlich glücklich darüber, dass wir jetzt verlobt waren.

Mitten in der Nacht am Hotel angekommen, stellten wir den Mietwagen noch schnell in das Parkverbot. Schließlich wollten wir am nächsten Morgen früh weiter – was sollte da schon passieren?

Einige Wochen später kam dann Post von der Autovermietung.

Kameraüberwachung mit Kennzeichenerkennung.

Strafzettel.

Bearbeitungsgebühr.

Natürlich.

Damit war unsere Verlobungsreise komplett: falscher Flughafen, rasender Taxifahrer, vergessene Kreditkarte, Panorama-Verlobungsfotos, verpasstes Feuerwerk, geschlossenes Restaurant, Verlobungsessen bei McDonald’s und zum Abschluss noch ein Strafzettel.

Es lief also eigentlich fast nichts so, wie es geplant war.

Bis auf das Wichtigste.

Nahaufnahme des Verlobungsrings an Miriams Hand
Der Grund für das ganze Theater.

Ende.